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Politik in Österreich 1848-1938 - Chronologie

1848 - 1914

1.-2.1.1848: In den italienischen Provinzen kommt es zu Ausschreitungen („Zigarrenrummel“), Österreich verhängt in der Lombardei den Kriegszustand.
Februar 1848: Französische Februarrevolution.
3.3.1848: L. Kossuth, Führer der ungarischen Opposition, hält im ungarischen Reichstag in Preßburg die „Taufrede der österreichischen Revolution“, Forderung nach einer modernen Verfassung für Ungarn)
13.3.1838 Ausbruch der Märzrevolution in Wien. Sturz Metternichs.
17.-18.3.1848: Aufstände in Venedig und Mailand (Räumung durch J. W. Radetzky).
Wien: Provisorisches Staatsministerium unter Vorsitz von F. A. Kolowrat-Liebsteinsky, Ministerien werden an Stelle der Hofämter eingeführt.
11.4.1848: Ungarn hat eigene Verfassung
25.4.1848: Pillersdorfsche Verfassung
26.4.1848: Polnischer Aufstand in Krakau wird unterdrückt.
5.5.1848: Sieg Radetzkys bei Santa Lucia im Sardinischen Krieg, Wiederherstellung der österreichische Hoheit in Italien.
Erhebung der Slowaken, Rumänen und Banater Serben gegen das zentralistische Ungarn.
15.5.1848: Unruhen in Wien. „Sturmpetition“ von Nationalgarden, Studenten und Arbeitern in der Wiener Hofburg gegen die Verfassung vom 25. 4. 1848. Forderung nach Einberufung eines konstituierenden Reichstags mit allgemein, direkt und frei gewählten Abgeordneten gefordert.
16.5.1848: Erfüllung der Forderung, Abdankung von Kaiser Ferdinand I.
17.5.1848: Flucht der kaiserlichen Familie nach Innsbruck.
18.5.1848 - 31.4.1849 Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche
24.5.1848: Studenten- Tumulte in Wien.
26.5.1848: Schließung der Universität, Barrikadenkämpfen in Wien, Bildung eines Sicherheitsausschusses (aus Bürgern, Nationalgardisten und Studenten), Gründung des „Ersten österreichischen Arbeitervereins“.
Prager „Pfingstaufstand“, von der Armee(Fürst A. Windisch-Graetz) unterdrückt, Erstarken der restaurativen Kräfte in Österreich.
26.6.1848: Erzherzog Johann kommt als als Vertreter des Kaisers nach Wien, gleichzeitig Berufung als „Reichsverweser“ in Frankfurt.
8.7.1848: A. Doblhoff-Dier wird von Erzherzog Johann mit der Bildung eines vorwiegend demokratisch gesinnten Ministeriums betraut.
23.7.1848: Eröffnung des den konstituierenden Reichstag.
26.7.1848: Antrag auf Aufhebung der bäuerlichen Untertanenlasten, Beschluss am 7. 9. 1848, vom Kaiser sanktioniert (dadurch Bauernschaft an Krone gebunden)
27.7.1848: Sieg Radetzkys über die sardinischen Truppen bei Custozza, Rückgewinnung der Lombardei für Österreich.
12.8.1848: Rückkehr des Hofes nach Wien.
24.8.1848: Aufstand in Wien (wegen Senkung der Löhne für weibliche und jugendliche Erdarbeiter) mit 22 Toten, über 300 Verwundeten. Selbstauflösung des Sicherheitsausschusses nach der „Praterschlacht“.
Arbeiterunruhen breiteten sich auf Ungarn aus.
6.10.1848: Kämpfe in Wien. Niederschlagung der „Oktoberrevolution“.  
2.12.1848: Kaiser Franz Joseph I.(Thronbesteigung nach dem Rücktritt seines Onkels Ferdinand I.)
Winter 1848/49 Kremsierer Reichstag: Verfassungsberatungen
7.3.1849: Auslösung des Reichstags. Oktroyierung einer zentralistische, monarchistische Verfassung.
Mai 1849: isolierte revolutionäre Aktionen in Prag wurden niedergeschlagen.
Kapitulation in Ungarn und Venedig im August und September 1849 Kapitulation in Ungarn und Venedig. Ende der Revolution in Österreich.
1867: Staatsgesetz: „Alle Volksstämme des Staates sind gleichberechtigt, und jeder Volksstamm hat eine unverletzliches Recht auf Wahrung und Pflege seiner Nationalität und Sprache.
1888/89: Geburtsstunde einer geeinten sozialdemokratischen Arbeiterbewegung
1901 „Wiener Programm“ der Sozialdemokraten: Aufbau der Partei zum geordneten Kampf für die Rechte der Arbeiter.

1914 - 1918

28.6.1914: Sarajewo: Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand durch einen serbisch-bosnischen Nationalisten
28.7.1914: Österreich erklärt Serbien den Krieg. In Folge der Bündnisse wird aus dem lokalen Krieg ein Weltkrieg zwischen den Mittelmächten und der Entente.

Kriegserklärungen:

Österreich-Ungarn

28. Juli 1914 an Serbien
6. August 1914 an Rußland

Deutsches Reich

1. August 1914 an Rußland
2. August 1914 an Luxemburg

3. August 1914 an Frankreich
4. August 1914 an Belgien
9. März 1916 an Portugal
27. August 1916 an Rumänien

Großbritannien

4. August 1914 an das Deutsche Reich
12. August 1914 an Österreich-Ungarn

5. November 1914 an das Osmanische Reich
15. Oktober 1915 an Bulgarien

Serbien

6. August 1914 an das Deutsche Reich
7. November 1914 an das Osmanische Reich

Montenegro

7. August 1914 an Österreich-Ungarn
11. August 1914 an das Deutsche Reich

Frankreich

13. August 1914 an Österreich-Ungarn
6. November 1914 an das Osmanische Reich

16. Oktober 1915 an Bulgarien

Rußland

2. November 1914 an das Osmanische Reich
20. Oktober 1915 an Bulgarien

Japan

23. August 1914 an das Deutsche Reich

Italien

23. Mai 1915 an Österreich-Ungarn
20. August 1915 an das Osmanisches Reich

19. Oktober 1915 an Bulgarien
28. August 1916 an das Deutsche Reich

Bulgarien

12. Oktober 1915 an Serbien
1. September 1916 an Rumänien

Rumänien

27. August 1916 an Österreich-Ungarn

Osmanisches Reich

30. August 1916 an Rumänien

Griechenland

25. November 1916 an das Deutsche Reich
25. November 1916 an Bulgarien

USA

6. April 1917 an das Deutsche Reich
7. Dezember 1917 an Österreich-Ungarn

21.11.1916: Tod des österreichischen Kaisers Franz Joseph. Kaiser Österreichs wird Karl I.
März 1917: Märzrevolution in Petrograd, Absetzung der Zarenfamilie durch die bürgerlich-sozialdemokratischen Menschewiki.
1917: uneingeschränkter U-Bootskriegsführung Deutschlands, zu der sich auch Österreich-Ungarn bekant hat.
Oktober 1917: Lenins Rotgardisten kommen an die Macht, sofortigen Friedensschluss ohne Grenzverschiebung, ohne Reparation. 

1918 - 1933

16.10.1918: Karl I. „An meine getreuen österreichischen Völker“ Versuch eines Umbaus des Reiches in einen Bundesstaat.
3.11.1918: Waffenstillstand zwischen Österreich-Ungarn und den Alliierten.
11.11.1918: Kaiser Karl I.: „Ich verzichte auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften“ (jedoch nicht auf den Thron)
11.11.1918: Erklärung des Staatsrates (provisorischen Allparteienregierung) unter Karl Renner: „Artikel 1: Deutschösterreich ist einen Demokratische Republik. Alle öffentlichen Gewalten werden vom Volk eingesetzt. Artikel 2: Deutschösterreich ist Bestandteil der deutschen Republik.“
12.11.1918: Ausrufung der Republik „Deutschösterreich“ durch eine Delegation der Nationalversammlung auf der Parlamentsrampe. Vom Fuß der Pallas Athene wird eine Räterepublik „Sozialistische Republik Österreich“ ausgerufen, die Volkswehr wird zu Hilfe geholt, eine bewaffnete Auseinandersetzung konnte durch sozialdemokratische Vermittlung vermieden werden.
5.12.1918: Beschluss der Kärntner Landesversammlung zum Abwehrkampf gegen vordringende jugoslawische Truppen.
16.1.1919: Der Spartakistenaufstand in Berlin wurde mit Hilfe der Armee Anfang 1919 niedergeschlagen und ihre Führer Karl Liebknecht und Rosa Luxenburg werden nach ihrer Verhaftung ermordet.
18.1. 1919: Einberufung der Friedenskonferenz in Paris durch die Ententemächte USA, Großbritannien, Italien und Frankreich. Es nahmen daran 27 Staaten teil, die alle Deutschland und großteils auch Österreich den Krieg erklärt hatten.
16.2.1919: 1. Demokratische Wahl im republikanischen Österreich. Deutschnationale und Christlichsozialen führen ihren Wahlkampf mit antisemitischen Parolen. Christlichsoziale machen in ihren Kampagnen eine Gleichsetzung zwischen Juden und Sozialdemokraten, bei denen viele Führer jüdischer Herkunft sind. Dort fürchtet man stärkere, antisemitische Tendenzen innerhalb der Partei und kanalisiert sie gegen die jüdischen Kapitalisten. Die Sozialdemokraten erlangen eine relative Mehrheit und bilden mit den Christlichsozialen einen Koalition. Staatskanzler ist Karl Renner.
12.3.1919: Die Nationalversammlung erklärt, dass sich Deutschösterreich als Teil der deutschen Republik verstehe.
21.3.1919: Ausrufung der Räterepublik in Ungarn unter Belá Kun.
24.3.1919: Kaiser Karl verlässt die Republik – Grenzübergang Feldkirch.
6.4.1919: Revolution in Bayern
13.4.1919: Demonstration von 4000 Kriegsversehrten, Heimkehrern und Arbeitslosen vor dem Parlament, das von den Demonstranten gestürmt wird. Neuerlich wird die Volkswehr zu Hilfe gerufen.
6.6.1919: Jugoslawische Truppen besetzen Klagenfurt. Die Entenetemächte beschließen in Paris die Volksabstimmung in Kärnten.
15.6.1919: Massenaufmarsch der österreichischen Kommunisten für eine Räteregierung. Die Polizei schieß scharf.
28.6.1919: Vertrag von Versailles: Friedensvertrag mit Deutschland
1.8.1919: Ungarn: Die Räteregierung tritt zurück, Kuhn findet Exil in Österreich. Nikolaus Horthy wird neuer starker Mann
10.9.1919: Vertrag von St. Germain: Friedensvertrag mit Österreich: Anerkennung der auf dem Gebiet der österreichisch-ungarischen Monarchie entstandenen neuen Staaten Polen, Jugoslawien, Tschechoslowakei. Neue Grenzziehung zwischen den neuen Republiken Österreich, Ungarn Italien und Rumänien. Keine konkrete Reparationsverpflichtung aber Generalpfandrecht der Siegermächte auf den Staatsbesitz. Verbot des Anschlusses Österreichs an Deutschland, „in Anbetracht, dass die österreichisch-ungarische Monarchie heute aufgehört hat zu existieren“. Verbot der allgemeinen Wehrpflicht, Berufsheer mit maximal 30.000 Mann. Der neue Name des Staates ist nun „Republik Österreich“.
7.7.1920: Einsetzen einer Proporzregierung. An der Frage der neuen Wehrmacht scheitert die Koalitionsregierung unter Karl Renner. Neuer Kanzler wird Michal Mayr. Starker Mann im Hintergrund ist der Christlichsoziale Ignaz Seipel.
August 1920: Vertretertag der NSDAP in Salzburg. Aus München kommt Adolf Hitler als Redner.
1.10.1920: Beschluss der Verfassung des Bundesstaates Österreich. Federführend bei ihrer Erstellung war Hans Kelsen, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht in Wien. 
November 1920: Das Kabinett beschließt totale Devisenfreiheit, die innerhalb eines Jahres zur galoppierenden Inflation.
20.10.1920: Der 2. Restaurationsversuch von Karl I. in Ungarn führt zu einem Gefecht. Madeira wird zum Zwangsexil von Karl I. und seiner Frau Zita, wo Karl 1. Am 1.4.1922 stirbt. 

Das Rote Wien:
1920 wird Wien zu einem eigenen Bundesland, in dem die Sozialdemokraten die Mehrheit hatten und ein umfassendes Sozialprogramm und neue Lebensformen realisierten: Wohnungsbau, Sozial- und Jugendfürsorgefürsorge, Gesundheitspolitik, Bildungspolitik, Arbeiterkultur. 

5.4.1921: Karl I. gibt seinen ersten Versuch, sich der ungarischen Krone zu bemächtigen.
Dezember 1921: Am Höhepunkt der Inflation kommt es zu Hungerunruhen.
24.4.1921: Da der Republik der Anschluss an Deutschland von den Siegermächten verboten ist, versuchen einzelne Bundesländer, dies für sich zu entschieden. In Tirol kommt es zur Volksabstimmung für den Anschluss an Deutschland mit der Parole „Heim ins Reich“. 98% stimmen dafür.
29.5.1921: Eine Volksabstimmung in Salzburg bringt 99 % Stimmen für den Anschluss.
1.6.1921: Rücktritt der Bundesregierung unter Kanzler Mayr in Folge der Ankündigung einer weiteren Volksabstimmung für den Anschluss in der Steiermark, was die Siegermächte alarmiert.
21.6.1921: Koalition zwischen Christlichsozialen und Großdeutschen und Bundeskanzler Johann Schober, dem bisherigen Polizeipräsident von Wien (offiziell parteilos, deutschnational und monarchistisch).
16.12.2921: Vertrag von Lana: Politisches Abkommen zwischen der Republik Österreich und der Tschechoslowakischen Republik, unterschrieben von Kanzler Schober und Außenminister Benes, mit der Verpflichtung der Einhaltung der Verträge von Saint Germain und der wechselseitigen Garantie ihrer Gebiete. Österreich erhält einen Kredit über 500 Millionen tschechoslowakischer Kronen. Die Großdeutschen erleben dies als Verrat an den Sudetendeutschen.
29.12.1921: Im alten Rathaus in der Wipplingerstraße hält der “Nationalsozialistische Verein für Deutschösterreich“ eine Protestversammlung gegen den Vertrag von Lana ab: Es spricht der Vereinsvorsitzende Walter Riehl und „der Vertreter der Nationalsozialistischen Partei aus München“, Adolf Hitler. (Polzeiprotokoll)
26.1.1922: Die Großdeutschen kündigen die Koalition auf, am 27.1.1922 ist Kanzler Schober aber wieder im Amt, mit Duldung der Großdeutschen.
10.4.1922: Konferenz von Genua für den wiederaufbau von Europa. Die Sowjetunion nimmt an dieser Konferenz teil. Österreich erhält Kreditzusagen. Während seiner Verhandlungen in Genua wird Kanzler Schober gestürzt und vom Christlichsozialen Ignaz Seipel abgelöst. Die Konferenz von Genua platzt aber wegen des Vertrages von Rapallo.
16.4.1922: Vertrag von Rapallo: Vertrag zwischen Deutschland und der Sowjetunion: gegenseitiger Verzicht auf Reparationsleistungen.
Oktober 1922: Sieg des Faschismus in Italien unter der Führung Benito Mussolinis.
4.10.1922: Konvention für ein Reform- und Finanzprogramm in Genf: Zur Sanierung des zerrütteten Staatshaushaltes wird eine Völkerbundanleihe von 789 Millionen Goldkronen gewährt, teilweiser Verzicht auf das Generalpfandrecht zur Sicherstellung der Genfer Anleihe. Österreich verpflichtet sich vor allem, keinen Anschluss an Deutschland anzustreben und akzeptiert die Kontrolle des Völkerbundes. Die Stabilisierung der Währung erforderte einschneidende Opfer, so sollten z.B. mindestens 100.000 Beamte sollten entlassen werden.
14.11.1922: die Österreichische Notenbank wurde ins Leben gerufen. Nach einigen Monaten stabilisierte sich die Währung, nach 2 Jahren bilanzierte der Staatshaushalt ausgeglichen. Die Arbeitslosigkeit nahm rasch zu, auch zu einer Zeit als in Europa sonst Hochkonjunktur herrschte.
1922 auf dem Sozialdemokratischen Parteitag Beschluss zur Aufstellung einer Schutztruppen der Arbeiterklasse, die 1923 zur Gründung des Republikanischen Schutzbund führt – als Gegengewicht zu den nach Kriegsende 1918 in den Bundesländern gegründeten Heimwehren.
November 1924: Kanzler Seipel, geschwächt durch ein Attentat, tritt zurück und von Rudolf Ramek ersetzt.
Hugo Bettauer wird ermordet.
1925: Vertrag von Locarno zwischen Deutschland und den Siegermächten, der die Westgrenzen des Deutschen Reichs und das Rheinland als entmilitarisierte Zone festlegt.
1925 wird die Krone abgeschafft, durch den Schilling ersetzt und die Hartwährungspolitik („Alpendollar“) fortgesetzt. Die Währung ist saniert, die Wirtschaft liegt danieder.
1926 kommt es in der NSDAP zur Spaltung. Hitler wollte die viel ältere österreichische NSDAP ganz seinem Einfluss unterstellen. Die Gruppe, die ihm folgte nannte sich „Nationalsozialistischer Deutscher Arbeiterverein – Hitler Bewegung“
20.10 1926: Ignaz Seipel kehrt als Kanzler zurück
30.10.1926; Linzer Parteitag der Sozialdemokraten. Parteiprogramm, maßgeblicher Autor und Redner: Otto Bauer Langfristige Strategie für den Kampf um die Staatsmacht. Zur Verteidigung der Demokratie könne auch Gewalt angewendet werden.

30.1.1927: Schattendorf

In Schattendorf werden im Gefolge einer Lokalen Versammlung von Sozialdemokraten ein Mann, Matthias Csarmitz, Bauarbeiter aus Klingenbach und Kriegsinvalide und der achtjährige Josef Grössing, Kind einer Eisenbahnerfamilie aus Schattendorf durch Gewehrschüsse aus dem Hinterhalt erschossen. Vier Männer und ein weiteres Kind werden verletzt. Die Männer sind Angehörige des Schutzbundes, die Täter gehören der sogenannten Frontkämpfervereinigung an, einem Kreis, der ursprünglich von Offizieren nach Kriegsende gegründet wurde. Als „Bund für Ordnung und Wirtschaftsschutz“, lassen sie später auch einfache Soldaten zu. Deutnational und antisemitisch gesinnt gehen sie 1929 im Nationalsozialistischen Lager auf, 1927 operieren sie noch unabhängig.

24.4.1927: Vorverlegung der Wahlen wegen zunehmender Spannungen im Parlament, die Legislaturperiode wird vorzeitig beendet. Die Christlichsozialen bilden mit zwei der drei nationalsozialistischen Gruppierungen eine Einheitsliste, die mit 94 Mandaten den Kanzler stellt: Ignaz Seipel. Die Sozialdemokraten erhalten 71 Mandate.
5.7.1927: Beginn des Schwurgerichtsprozesses gegen die Mörder von Schattendorf. Angeklagt sind die beiden Gastwirtsöhne Josef und Hieronimus Tscharmann und Johann Pinter. Die Soialdemikraten forderten ein exemplarisches Urteil gegen die „Arbeitermörder“, da bei frühern Urteilen Täter aus dem rechen Lager immer sehr milde Urteile bekommen hatten. Die bürgerliche Presse sieht darin eine unzulässige Beeinflussung des Gerichts. Verteidiger der Angeklagten war der frühere Obmann der NSDAP Walter Riehl. Der Staatsanwalt versuchte, den Geschworenen den Unterschied zwischen moralischer und persönlicher Schuld klarzumachen: Die moralische Schuld liege beim Schutzbund, da er einen Gegenaufmarsch zum Frontkämpfertreffen gemacht hatte, die strafrechtliche Schuld liege bei den Angeklagten, die die volle Härte des Urteils zu treffen hätte.
Die Angeklagten wurden mit 9:3 Stimmen freigesprochen, Es ließe sich nicht mehr feststellen, wer die tödlichen Schüsse abgegeben hätte.
15.7.1927: Brand des Jsutizpalastes. Es kommt zu Demonstrationen gegen den Freispruchund der Justizpalast wird in Brand gesetzt. (85 Demonstranten und 4 Polizisten kamen ums Leben.

16.7.1927: Sozialdemokraten rufen für 24 Stunden zum Generalstreik auf trachten aber erfolgreich zu verhindern, das es zu weiteren Ausschreiungen kommt.
29.10.1927: Parteitag der Sozialdemokraten im Ottakringer Parteiheim. Wichtigster Beschluss: Stärkung des Schutzbundes mit militärischer Ausrichtung.
Oktober 1927: Die Heimwehren erstarken, Sozialdemokraten treten massenweise aus der Kirche aus und Bundeskanzler Prälat Seipel baut auf die Heimwehr. Diese – inspiriert durch Mussolinis Marsch auf Rom 1922 – rufen für 7.10 1927 zu einem Marsch auf Wienerneustadt auf, einer sozialdemokratischen Hochburg. Renner appelliert vergeblich an die Regierung, mit Abrüstungsverhandlungen zu beginnen. Sozialdemokraten erklären den 7.10.1927 zum „Arbeitertag“ in Wiener Neustadt. Das Bundesheer schiebt sich zwischen Heimwehr und Schutzbund.
3.2.1929: 31,5 Minusgrade in Innsbruck, 28,6 in Wien, kältester Winter. Kohlelieferungen blieben aus, die Lebensmittel sind knapp. Über eine Viertelmillion Arbeitslose sind in Not.
3.4.1929: Die Regung Seipel ritt zurück. Kanzler einer bürgerlichen Koalition wird Ernst Streeruwitz, der Politik wieder ausschließlich auf parlamentarischem Boden machen will und sich die Gegnerschaft der Heimwehr zuzieht. Es wird eine Verfassungsreform gefordert.
18.8.1929: In St. Lorenz im Mürztal kommt es im Gefolge einer Schutzbundversammlung, die von der Heimwehr gestört wurde, zur Straßenschlacht mit einem Toten und 57 Verletzten.
September 1919: Bundeskanzler Streeruwitz tritt zurück. Die Heimwehren drohen mit dem Marsch auf Wien.
25.9.1929: Johann Schober wird wieder Bundeskanzler. Er hat 1927 als Polizeipräsident Härte gegen die Demonstranten vor dem Justizpalastbrand bewiesen. Die Heimwehren fordern Verfassungsgrundlagen zur Errichtung eines autoritären Staates, eine Präsidentschaftsdemokratie, Notverordnungen, Stärkung der Exekutive.
24.10.1929: Börsenkrach in New York. Massenarbeitslosigkeit in Österreich (600.000) und Deutschland (6 Millionen).
7.12.1929: Mit den Stimmen der Sozialdemokraten wird eine Verfassungsreform im Nationalrat verabschiedet. Die Forderungen der Heimwehr blieben weitgehend unerfüllt, nur die Autorität des Bundespräsidenten wird gestärkt: Er ist Oberbefehlshaber des Bundesheeres, bestellt die Regierung und Kann das Parlament auflösen, kann mit Notverordnungen selbst eingreifen und Neuwahlen ausschreiben und wird vom Volk gewählt. Wien bleibt eigenes Bundesland.
18.5.1930: Korneuburger Eid: Bei der Generalversammlung der niederösterreichischen Heimwehr versuchte Bundesführer Steidle, die 800 Delegierten fester an die Bundesführung zu binden: Steidle verliest ein ständestaatliches, antiparlamentarisches Grundsatzprogramm, auf das diese schwören.
25.9.1929: Die Heimwehr bringt Kanzler Schober zum Rücktritt. Bundespräsident Miklas bestellt eine neue Regierung, der unter Kanzler Vaugoin auch als Innenminister Ernst Rüdiger Starhemberg angehört, dem frisch gewählten  Bundesführer alle Heimwehren. Der Heimwehrführer Hueber wir Justizminister.  Nun ist die Heimwehr in der Regierung, die Regierung bekommt im Parlament aber keine Mehrheit.
9.11.1929: Neuwahlen werden ausgeschrieben. Die Heimwehr will als eigene Liste antreten, was den Christlichsozialen Stimmen kosten würde, einige Heimwehrführer gehen nicht mit, was zur zum Beginn der Spaltung der Heimwehr führt. Das bürgerliche Lager erringt 93 Mandate (davon die Heimwehr 8 Mandate – 7 davon auf Kosten der Christlichsozialen), die Sozialdemokraten 72. Die NSDAP erhält nur 11 627 Stimmen.
29.11.1930 Rücktritt des Kabinetts Vaugoin.
4.12.1930: Kanzler wird Otto Ender, der auf dem Boden des Rechtsstaates steht. Die Wirtschaftskrise verschärft sich.
1929/1930: Zuerst als Kanzler nun als Außenminister erreicht Schober bei der Haager Konferenz, in der es darum ging, die Kriegsschulden der im 1. Weltkrieg besiegten Nationen endgültig zu regeln, die alliierten Mächten zum Verzicht auf das Generalpfandrecht zu bewegen.
3.3.1931: Geheime Vereinbarungen zwischen dem deutschen Außenminister Curtius und seinem österreichischen Kollegen Schober über eine Zollunion mit Deutschland. Frankreich legt ein Veto ein. Deutschland und Österreich wollen aber nicht davon abrücken.
8.5.1931: Die Regierung erfährt vom bevorstehenden Zusammenbruch der Creditanstalt. Der Völkerbund verlangt für seine Hilfe die Aufgabe der Zollunion mit Deutschland. Kanzler Ender tritt zurück. Bundespräsident Miklas beauftragt Seipel mit der Regierungsbildung, der die Sozialdemokraten zu einer Konzentrationsregierung einlädt, was diese ablehnen. Darauf wird Karl Buresch mit der Regierungsbildung beauftragt, der eine Koalitionsregierung mit Christlichsozialen, Großdeutschen und Landbund bildet. Die Zollunion ist tot. 1,2 Milliarden Regierungsgarantien zur Rettung der Creditanstalt.
Mai 1931: Ernst Rüdiger Starhemberg, der die Heimwehr in das Wahlabenteuer gestürzt hat, tritt als Bundesführer der Heimwehr zurück. Walter Pfrimer rückt nach.
12. 9.1931: Pfrimer Putsch: Pfrimer mobilisiert die Heimwehr. 14.000 steirische Heimwehrleute werden bewaffnet, belagern Graz und wollen zum Marsch auf Wien antreten. Pfrimer verkündet ein provisorisches Verfassungspatent. Das Bundesheer tritt ihnen entgegen. Pfrimer gibt auf. Pfrimer wird angeklagt und freigesprochen.
1931 hätte erstmals der Bundespräsident vom Volk gewählt werden müssen, die Volkswahl wird abgesagt. Renn hätte seitens der Sozialdemokraten kandidiert. Miklas wird neuerlich durch das Parlament bestimmt.
April 1932: Bei den Landtagswahlen in Wien, Niederösterreich und Salzburg gewinnen die Nationalsozialisten 200 000 Stimmen (15 Mandate). Sie profitieren von der heimischen Wirtschaftskrisen, den erfolgen Hitlers in Deutschland. Sie agieren aggressiv mit antisemitischen Parolen: „500.000 Arbeitslose, 400.000 Juden. Ausweg sehr einfach! Wählt Nationalsozialisten“ (Propagandaumzug auf der Wiener Ringstraße). 66 Mandate gewinnen die Sozialdemokraten, 19 die Christlichsozialen.
Joseph Goebbels, Hitlers Propagandachef, kommt nach Wien und ruft zum Aufstand gegen die morsche Demokratie und den verjudeten Staat. Danach kommen Himmler und Göring nach Wien. Hakenkreuzfahnen und antisemitische Parolen sind nun vielerorts zu finden. An der Wiener Universität kommt es häufig zu Ausschreitungen gegen jüdische Studenten.
Sozialdemokraten und Nationalsozialisten drängen auf Neuwahlen.

6.5.1032. Die Regierung Buresch tritt zurück.
20.5.1932: Die neue Regierung unter Kanzler Dollfuß stellt sich vor. Dollfuß verliert seine knappe Mehrheit im Parlament durch den Tod von Ignaz Seipel und Johann Schober.
23.8.1932: Die neue Völkerbundanleihe – „Lausanner Anleihe“ von 300 Millionen Schilling ist an große Auflagen gebunden. Das Parlament nimmt die Lausanner Anleihe an. Der Bundesrat erhebt Einspruch.
23.8.1932: Beharrungsbeschluss des Parlaments.
1.10.1932: Auf Grund des vom 17.7.1917 stammenden „Kriegswirtschaftlichen Ermächtigungsgesetzes“, das die Verfassungsreform von 1929 überlebte, wird eine weitere Verordnung zur Sanierung der Creditanstalt erlassen. 

1933 - 1938

8.1.1933: 50 Waggons mit Waffen vom faschistischen Italien an die ungarische Horthy-Regierung und die Heimwehren werden entdeckt.
30.1.1933: Hitler an der Macht in Deutschland.

Der deutsche Reichspräsident Hindenburg ernennt Adolf Hitler zum deutschen Reichskanzler, der eine Koalitionsregierung aus Deutschnationalen und der NSDAP bildet. Obwohl er nur ein Drittel der Stimmen erhalten hatte, setzte er mit Hilfe des Reichstages demokratische Gesetze außer Kraft.

1.3.1933: Warnstreik der österreichischen Eisenbahner. Dollfuß lässt alle Bahnhöfe von Gendarmerie und Bundesheer besetzen.
4.3.1933: Sozialdemokraten erwirken eine Nationalratssitzung. Streitereien auch über procedurale Fragen haben den Rückritt aller Nationalratspräsidenten zur Folge. Es gibt niemand mehr, der die Sitzung formal schließen kann.
5.3.1933: Deutsche Reichtagswahlen bringen Hitler 43,9 % der Stimmen. Er lässt sich mit einem Ermächtigungsgesetz ausstatten. Die ersten Konzentrationslager werden errichtet, politische Gegner inhaftiert. 12.000 Nationalsozialisten feiern in der Halle des Nordwestbahnhofs in Wien den Sieg Hitlers.
7.3.1933: Dollfuß wendet sich 3 Tage nach dem chaotischen Auseinandergehen des Nationalrats „An das Österreichische Volk“: Der Nationalrat sei gelähmt und handlungsunfähig. Die gesetzmäßige Regierung sei jedoch im Amt und von der Parlamentskrise nicht berührt. Er verbietet alle Aufmärsche und Versammlungen, stellt die Presse unter Zensur, versetzt das Bundesheer in Bereitschaft.
15.3.1933: Der dritte Nationalratspräsident beruft eine Parlamentssitzung ein, der nur die sozialdemokratischen und die großdeutschen Abgeordneten folgen, 60 sind gekommen. Nach 10 Minuten wird das Parlament von 200 Kriminalbeamten geräumt. Auf dem Ring marschieren Polzei und Heer auf.
31.3.1933: Auflösung des Schutzbundes.
13.5.1933: Hans Frank, deutscher Reichsjustizkommissar, landet auf dem Flughafen Wien-Aspern. Der Wiener Polizeipräsident erklärt ihm im Namen der Bundesregierung, dass sein Besuch denkbar unerwünscht sei. Frank wird von Anhängern bejubelt, hält am 15.3.1933 eine Großkundgebung in Graz ab und ruft zum Widerstand gegen die Regierung auf. Die Regierung verweist ihn außer Landes.
25.3.1933: 1000 Mark-Sperre: Jeder deutsche Staatsbürger hat bei der Überschreitung der Grenze nach Österreich 1000 Mark zu bezahlen, was schwere wirtschaftliche Auswirkungen für Österreich hat.
Nationalsozialistischer Terror wird verstärkt: Kämpfe mit Heimwehr und Sozialdemokraten, Sprengungen, Anschläge auf jüdische Geschäfte, Attentate auf Prominente eskalieren.
26.5.1933: Die Regierung Dollfuß erklärt die Kommunistische Partei für illegal.
20.5.1933: Gründung der Vaterländischen Front, die – nicht als Partei, doch alle patriotischen, österreichischen Bürger aufnehmen soll. Die Heimwehren, soweit sie sich nicht abspalten und wie viele steirische Heimwehren zu den Nationalsozialisten überlaufen, treten in die VF ein.
Juni 1933: Die Regierung Dollfuß erklärt die Nationalsozialistischen Gruppierungen für aufgelöst und illegal.
Dollfuß findet Rückenstärkung bei Mussolini, den er während seines Urlaubes in Riccione aufsucht.
Aus Teilen der Heimwehr wird ein „Freiwilliges Schutzkorps“  - FS – gegründet. Das Kruckenkreuz wird ihr Zeichen.

Mai 1933: Bücherverbrennung in Deutschland.

17.8.1933: Das österreichische „Interessante Blatt“ zeigt auf dem Titelblatt ein Foto as dem Konzentrationslager Oranienburg, auf dem hohe politische Gefangene zu sehen sind. 
11.9.1933: 250. Jahrestag der Befreiung Wiens vor den Türken: Dollfuß skizziert bei einer Kundgebung des Ständestaat.
21.9.1933 Regierungsumbildung, Verhaftung von „sicherheitsgefährdenden“ Personen und Unterbringung in Anhaltelagern (Wöllersdorf, Kaiserseinbruch).
14. 10.1933: Letzter Parteitag der Sozialdemokraten in Ottakring.
Jänner 1934: Heimwehrführer Frey gibt Befehl zur Waffensuche bei den Sozialdemokraten. Die zentrale Parteileitung wird ebenfalls durchsucht und von der Polizei besetzt.
Der Parteivorstand versammelt sich beim soziademokratische Bürgermeister Karl Seitz.
Der Schutzbundführer Bernaschek in Linz will gegen die Repressionen kämpfen, Otto Bauer hält Widersand für zwecklos.

12.2.1934: Bürgerkrieg

Waffensuche der Polizei im Hotel Schiff in Linz. Bernaschek informiert andere schutzbundzentralen und ruft zu den Waffen und wird verhaftet. Das Hotel Schiff wird von den Soldaten gestürmt. Die Kämpfe breiten sich aus.  Die sozialdemokratische Parteileitung zögert, ist nicht gut ausgerüstet, bildet schließlich doch – schlecht vorbereitet eine zentrale Kampfleitung durch Otto Bauer und Felix Deutsch.
Die Regierung verhängt das Standrecht und erklärt die sozialdemokratische Partei für aufgelöst. Bürgermeister Seitz und die sozialdemokratische Führung Wiens wird verhaftet.
Der Aufruf zum Generalstreik wird wenig befolgt. Otto Bauer und Felix Deutsch entkommen in die Tschechoslowakei.

13.2.1934: Schutzbundeinheiten – vor allem in Wien und in der Steiermark treten in die Offensive. In Floridsdorf (Schlingerhof, Arbeiterheim, FAC-Hof, Feuerwache, Gaswerk) und Heiligenstadt (Karl-Marx-Hof) und in der Steiermark (Graz, Karpfenberg, Bruck an der Mur) wird erbittert gekämpft.
15.2.1934: Die Kämpfe sind zu Ende. Ca. 10.000 Sozialdemokraten dürften verhafte worden sein, 9 hingerichtet. Der Wiener Gemeinderat und der Wiener Landtag werden aufgelöst. Ins Rathaus zeiht die Vaterländische Front. Richard Schmitz wird Wiener Bürgermeister. Der Teil der Sozialdemokratie, der in den Untergrund geht, nennt sich „Revolutionär Sozialisten“. Josef Buttinger ist ihr Führer.
17.3.1934: Mussolini lädt Dollfuß und den ungarischen Ministerpräsidenten Julius Gömbös nach Rom ein. Bestehende Freundschaftsverträge mit Italien und Ungarn werden erweitert.
27.4.1934: Einberufung des Parlaments zur Fortsetzung der Sitzung vom 3.3.1933. Die sozialdemokratischen Abgeordneten sind nicht eingeladen, ihre Partei ist aufgelöst. Notverordnungen werden bestätigt, ein Verfassungsgesetz beschlossen.
1.5.1934: Dolfuß verliest am 1. Mai selbst:  „Im Namen Gottes des Allmächtigen, von dem alles Recht ausgeht, erhält das österreichische Volk für seinen christlichen deutschen Bundesstaat auf ständischer Grundlage diese Verfassung.“

Viele verlassen damals schon Österreich.
Viele flüchten damals aber auch nach Österreich aus Hitlers Deutschem Reich.

25.7.1934: NS Putschisten stürmen das Sendehaus des RAVAG in der Johannesgasse und verkünden im Radio: „Die Regierung Dollfuß ist zurückgetreten. Dr. Rintelen hat die Regierungsgeschäfte übernommen.“ Die Putschisten besetzen das Kanzleramt. Auf Dollfuß wird geschossen und er erliegt seinen Verletzungen, da man ihm Hilfe verwehrte.

Kurt Schuschnigg übernimmt die Regierung. Die Putschisten im Kanzleramt ergeben sich. In der Steiermark, in Kärnten, und Oberösterreich kommt es zu erbitterten Kämpfen. Der Putsch wird niedergeschlagen. 8 Putschisten werden hingerichtet. 

21.8.1934: Schuschnigg reist zu Mussolini und bittet um Unterstützung.
1.1.1935: Erste Reichskonferenz der Revolutionären Sozialisten Österreichs in Brünn: 60 Funktionäre tagen dort. Bei ihrer Heimreise werden rund 30 verhaftet und des Hochverrats angeklagt, darunter Bruno Kreisky und Franz Jonas.
21.1.1935: Der französische und der italienische Generalstabschef kommen überein, im Falle einer Bedrohung der österreichischen Unabhängigkeit militärische Schritte zu unternehmen.
16.3.1935: Hitler führt die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland wieder ein. Das ist ein Bruch des Versailler Friedensvertrages.
Die Regierungschefs Großbritanniens, Frankreichs und Italiens treffen im oberitalienischen Stresa zur letzten Gipfelkonferenz der ehemaligen Siegermächte zusammen, um über die Auswirkung der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland zu beraten.  Sie geben Österreich, Ungarn und Bulgarien den Weg frei für eine begrenzte Aufrüstung. Man spricht von der „Stresa-Front“.
13.7.1935: Schuschnigg sucht nach Verbündeten und findet sie bei den Legitimisten. Er will den Weg zur Rückkehr der Habsburger öffnen und as Ausnahmegesetz gegen das Haus Habsburg wird gelockert. Habsburger können nun wieder einreisen.
2.10.1935: Der Abessinien-Feldzug Mussolinis bringt diese Allianz zum Einsturz.
Österreich stimmt im Völkerbund mit Ungarn und Albanien für Italien – gegen die anderen 52 Mitgliedsländer. Italien tritt as dem Völkerbund aus, wie vor ihm schon Deutschland und Japan.
Ein engerer Anschluss an die kleine Entenente (Tschechoslowakei, Jugoslawien, Rumänien) scheitert an der Habsburgfreundlichkeit Schuschniggs.
7.3.1936: Hitlers Truppen marschieren in das entmilitarisierte Rheinland. Hitler missachtet damit den Vertrag von Locarno, der die Westgrenzen des Deutschen Reichs festlegt und das Rheinland als entmilitarisierte Zone bleiben müsse.
März 1936: Schuschnigg bei Mussolini in Rom, Empfehlung Mussolinis, mit Hitler eine Verständigung zu suchen.
16.3.1936: Der Hochverratsprozess gegen 28 der bei ihrer rückreise aus Brünn im Jänner 1935verhafteten ReovlutionärenSozialisten beginnt. Die Staatsanwaltschaf verzichtet auf die Anklage wegen Hochverrats und es kommt zu milderen Urteilen.
30.3.1936: Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Österreich.
Juli 1936: Olympische Spiele in Deutschland
11.7.1936: Juliabkommen: Gemeinsame Erklärung zwischen Deutschland und Österreich, „ihre Beziehungen wieder normal und freundschaftlich zu gestalten.“ Geheimes Zusatzpapier „Gentelman-Agreement“: Die aktiven nationalsozialistischen Kämpfer können wieder nach Österreich, bzw. sind  auf freiem Fuß. In der österreichischen Bundesregierung werden nationalsozialistische Minister sitzen.

23.7.1936: Bundespräsident Miklas erlässt eine politische Amnestie, die viele Nationalsozialisten wieder auf freien Fuß setzt.
Jänner 1937: Gründung des Ostmärkischen Volksvereins in Graz.
Juli 1937: Wilhelm Keppler wird auf Vorschlag Görings, der sehr auf Annexion Österreichs drängt, mit der „Bearbeitung der österreichischen Frage innerhalb der NSDAP“ betraut und den wirtschaftlichen Anschluss Österreichs vorbereiten.
19.11.1937: Lord Halifax besucht als Abgesandter des britischen Premiers Lord Chamberlain Hitler auf dem Berghof in Berchtesgaden.  Er teilte mit, dass London Verständnis zeigen würde, wenn Hitler bestimmte Auswirkungen des Versailler Vertrages revidieren möchte. Am Besitzstand Mitteleuropas ließe sich etwas ändern, er nennt drei Gebiete: Danzig, Tschechoslowakei und Österreich – wenn dies auf friedlichem Wege herbeigeführt werde.
12.2.1938: Auf Anraten Papens, des deutschen Gesandten in Österreich, lädt Hitler Schuschnigg auf den Berghof ein und setzt ihn unter Druck: Arthur Seyß-Inquart, Hitlers Vertrauensmann, muss zum Innenminister ernannt werden und Nationalsozialisten muss freie Betätigung erlaubt sein.
16.2.1938: Sozialdemokratische Vertrauensleute versammeln sich und beschließen, sich für die Unabhängigkeit Österreichs einzusetzen und zu kämpfen. Dieser Entschluss wird innerhalb von 2 Tagen von fast einer Million Arbeitnehmer unterschrieben.
3.3.1038: Erst jetzt empfängt Schuschnigg eine Delegation von Arbeitervertretern. Er sagt zu, in Verhandlung mit ihnen zu treten. Das war aber zu spät.
4.3.1938: Keppler, Görings Wirtschaftsberater überbringt Schuschnigg weitere Forderungen.
9. 3.1938: Schuschnigg spricht in Innsbruck und kündigt eine freie Volksabstimmung für 13.3.1938 an. Vaterländische Font und Nationalsozialisten organisieren ihre Propaganda. 
10.3.1038: Keppler berichtet Hitler über die Situation in Österreich. Er hält einen Ausgang der Volksbefragung zugunsten Schuschniggs für wahrscheinlich.
10.3.1938: Hitler gibt de Befehl, den Einmarsch vorzubereiten. In Bayern kommt es zur Mobilmachung.
11.3.1938: Schuschnigg wird von seinem Staatssekretär angerufen: Die deutschen Behörden hätten die Grenzen gesperrt, starke Truppenbewegungen sind zu beobachten.

Hitler stellt ein Ultimatum: Sofortiger Verzicht auf die Volksbefragung. Schuschnigg berät sich mit Bundespräsident Miklas und entschließt sich, die Volksbefragung abzusetzen. Göring gibt sich nun damit nicht mehr zufrieden und fordert auch den Rücktritt der Regierung. Seyß-Inquart solle Bundeskanzler werden. Als erste Amtshandlung solle er die Entsendung deutscher Truppen nach Österreich fordern. Miklas nimmt den Rücktritt Schuschniggs entgegen, weigert sich aber Seyß-Inquart zum neuen Bundeskanzler zu machen.
Um 19.47 hält Schuschnigg seine Abschiedsrede: „Der Herr Bundespräsident beauftragt mich, dem österreichischen Volk mitzuteilen, dass wir der Gewalt weichen.“ Er teilt noch mit, dass er nicht gesonnen sei, deutsches Blut zu vergießen und dass er der Wehrmacht den Befehl gegeben habe, sich im Falle dass der Einmarsch durchgeführt werde, ohne Widerstand zurückzuziehen. Am Abend versammeln sich Tausende auf dem Ballhausplatz und vor Mitternacht ernennt Miklas Seyß-Inquart doch zum Kanzler.  Sofort beginnt der Terror gegen Repräsentanten des bisherigen Regimes und vor allem gegen Juden.

12.3.1938 : Am Morgen beginnt der Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich. Himmler trifft schon um 5 Uhr auf dem Flugplatz Apsern mit einer Liste von Personen ein, die sofort verhaften seien.

Die Österreicher hatten auch eine Verhaftungsliste vorbereitet und es beginnt sofort eine Verhaftungswelle, die prominente Politiker, höhere Beamte, Heimwehrführer, Sozialdemokraten, Kommunisten und vor allem viele Juden trifft. 100.000 Soldaten, 16.000 Polizisten marschieren ein. SS Leute und Gestapo kommen mit dem Flugzeug.
Hitler flog von Berlin nach München, von dort dann fuhr er mit dem Auto bei Braunau über die österreichische Grenze, nach Linz, jubelnd begrüßt ihn die Menge entlang der Strecke.
Mussolini billigt den Einmarsch. Seine Gesandten in Paris und London berichten, dass die Westmächte protestieren aber nichts unternehmen werden.
Göring telegrafiert Hitler: „Warum machen wir es nicht ganz?“ Reichsdeutsche Juristen arbeiten ein Bundesverfassungsgesetz auf Grund des Ermächtigungsgesetzes über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich aus.

13.3.1938: Seyß-Inquart legt das Gesetz dem Ministerrat vor, der es genehmigt. Es fehlt die Unterschrift des Bundespräsidenten. Dieser weigert sich und übergibt sein Amt Seyß-Inquart.
15.3.1938: Hitler hält vor  250.000 begeisterten Österreichern auf dem Heldenplatz seine Rede.

 

Quellen: 

Scheiterhauer, Erich; Schmeiszer, Herbert; Woratschek, Grete (1976): Geschichte Österreichs in Stichworten. Teil IV. Wien: Hirt
Scheiterhauer, Erich; Woratschek, Grete; Tscherne, Werner (1983): Geschichte Österreichs in Stichworten. Teil V. Wien: Hirt
Scheiterhauer, Erich; Schmeiszer, Herbert; Woratschek, Grete; Tscherne, Werner; Görhing, Walter(1984): Geschichte Österreichs in Stichworten. Teil VI. Wien: Hirt
https://www.dhm.de/lemo/html/wk1/kriegsverlauf/kriegserklaerungen/index....
 http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.r/r560553.h

Zusammengestellt von Christine Diercks 2008