Wissensplattform für Psychoanalyse

 

Sie sind hier

Wilhelm Stekel - Chronologie

1868 am 18. März in Bojan/Bukowina geboren.
1887 Reifeprüfung am Gymnasium in Czernowitz. Danach in Wien Medizinstudium.
1893 Promotion zum Doktor der Medizin am 10. Juni. Neurologische Ausbildung in Wien bei Krafft-Ebing und Forschungen zur Methode der Hydrotherapie mit Wilhelm Winternitz.
1895 Veröffentlichung einer Studie „Über Coitus im Kindesalter“, die von Freud in den Studien über Hysterie zitiert wird. Praxis als niedergelassener Neurologe.
1901 Autor von Feuilletons im „Neuen Wiener Tagblatt“; darüber hinaus journalistische Tätigkeit in anderen bekannten deutschen Zeitschriften.
1902 Erste Kontakte mit Sigmund Freud und therapeutische Analyse (wegen Charakter- oder Potenzstörungen – hier ist die Quellenlage unklar) bei Freud. Auf Stekels Anregung werden die „Mittwochversammlungen“ gegründet, zu denen zunächst neben Freud und Stekel selbst Stekels Freund Max Kahane sowie Alfred Adler und Rudolf Reitler zählten.
1908 Teilnahme am 1. Kongress für Psychoanalyse in Salzburg, wo er ein Referat über „Angsthysterie“ hält. Publikation: „Nervöse Angstzustände und ihre Behandlung“ mit einem Vorwort von Sigmund Freud.
1910 Obmann-Stellvertreter in der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung. Als Obmann fungiert Alfred Adler. Stekel nimmt am 2. Internationalen Kongress für Psychoanalyse teil, wo er die Wiener Gruppe vertritt, die die von Freud propagierte Wahl C. G. Jungs zum Vorsitzenden der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung verhindern möchte. Auf seine Anregung wird das „Zentralblatt für Psychoanalyse“ gegründet, das ab 1911 erscheint. Psychoanalytische Kuren im Sanatorium Samueli in der Hinterbrühl.
1911 Stekel gibt die allgemeine Praxis auf und lässt sich als Spezialarzt für Analyse nieder. Er veröffentlicht sein Buch „Die Sprache des Traumes“. Im Jänner legt er die Funktion des Obmann-Stellvertreters zurück, wird aber wieder gewählt und als Zweiter wissenschaftlicher Vorsitzender der Wiener Vereinigung bestätigt.
1911–1914: Mitherausgeber (Schriftführung zusammen mit Alfred Adler) des „Zentralblattes für Psychoanalyse“.  Zunächst ist Freud Herausgeber; als Schriftleiter fungieren Adler und Stekel.  Ab dem dritten Jahrgang ist Stekel alleiniger Schriftleiter.
1912 im November Ausscheiden aus der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung.
1914 während des Ersten Weltkriegs arbeitet er als Militärpsychiater und kommt als Nachfolger Adlers im Simmeringer Militärspital zum Einsatz. Er ist auch in Bad Ischl eingesetzt, wo das Hotel Bauer als Heeresspital requiriert wurde. Dort behandelt er 1914 Otto Gross.
1920–1922 Gemeinsam mit Herbert Silberer gibt er die Zeitschrift „Psyche und Eros“ heraus, in der er unter anderem einen Nachruf auf Otto Gross veröffentlicht.
1921 Gastvorträge in den USA.
1923 Entwicklung seiner „Aktiven Analyse“ und Gründung  einer „Organisation der unabhängigen ärztlichen Analytiker“, wohl auch als Reaktion auf Freuds Bestrebungen, die „Laienanalyse“ zu fördern. Er errichtet in der Folge ein „Aktivanalytisches Privatambulatorium“. Er analysiert Alexander Neill, nachdem dieser einen neurotischen Schüler zu ihm brachte.
1924–1931 Herausgabe der „Fortschritte der Sexualwissenschaft und Psychoanalyse“.
1931 Gründung der  Vierteljahresschrift „Psychoanalytische Praxis“.
1934–1936/37 Gemeinsam mit Arthur Kronfeld als Nachfolgeprojekt Herausgabe der Zeitschrift  „Psychotherapeutische Praxis – Vierteljahresschrift für praktische ärztliche Psychotherapie“ bei  Weidmann in Wien.
1935 Gründung einer Klinik zur Behandlung von Eifersuchtsanfällen. Präsident der Internationalen Vereinigung ärztlicher Analytiker.
1936 Vortragsreise in Brasilien.
1938 am 11. März Flucht nach Zürich, anschließend Emigration nach London. Vortragsaktivität an der Tavistock-Klinik. Sein Ansuchen, nach den USA auszureisen, wird abgelehnt. In England wird ihm eine begrenzte Aufenthaltsgenehmigung erteilt.
1940 am 25. Juni (nach anderen Quellen am 5. Juni) setzt er in London seinem Leben ein Ende.

Literaturhinweise finden sich in nebenstehender Datei.

Text: Alfred Springer, 2008
Redaktion CD, 2008