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Joseph Gassner
* 1727, Braz, Vorarlberg – † 04.04.1779, Pondorf, Bayern

1750 zum Priester geweiht begann er während der Messe, der Predigt und der Beichte an Kopfschmerzen und Schwindel zu leiden. Er hatte den Verdacht, das Böse sei am Werke, wogegen er mit Exorzismus erfolgreich ankämpfte. Daraufhin begann er bei Kranken den Exorzismus zu praktizieren. Erstmals berühmt wurde er 1774 mit der Heilung von Gräfin Maria Bernadine von Wolfegg. Er verfasste ein Büchlein „[…] wider den Teufel zu streiten […]“, in dem er seine Methode darlegte und Krankheiten einteilte in solche, die der ärztlichen Behandlung bedürfen und übernatürliche Krankheiten, von denen er drei nannte: „circumsessio“ (vom Teufel hervorgerufene Nachahmungen natürlicher Krankheiten), „obsessio“ (Folge von Hexerei“ und „possessio“ (vom Teufel besessen).
Gassner wurde berühmt, hatte mächtige Gönner und ging 1774-75 nach Ellwangen. Aber zu seiner Zeit gewann in Europa die Haltung der Aufklärung und damit der Primat der Vernunft an Einfluss, selbst in der Kirche, es wurden untersuchungen eingeleitet, Mesmer erzielte mit seiner Methode des „tierischen Magnetismus“ vergleichbare Resultate und meinte, Gassner heile auch auf diese Weise, wisse es nur nicht. Gassner wurde nach Pondorf versetzt, wo er 1779 starb. Auf seinem Grabstein wurde er als der gefeiertste Exorzist seiner Zeit bezeichnet.